Was sind Kometen?

Abb. 1: Der Komet Hale-Bopp im April 1997. Deutlich erkennbar sind der blaue Gasschweif und der gelbliche Staubschweif. [Sebastian Voltmer]

Früher haben Kometen die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Wer die beeindruckende Erscheinung eines großen Kometen, wie z.B. Hale-Bopp im April 1997 gesehen hat, kann dies nachvollziehen. Kometen waren unberechenbar und tauchten plötzlich am Nachthimmel auf. Manchmal werden sie sogar so hell, dass sie tagsüber sichtbar werden und sich ein langer heller Schweif über einen großen Teil des Nachthimmels zeigt. Zwischen dem Erscheinen solch heller Kometen kann allerdings ein Jahrzehnt oder mehr vergehen. Lichtschwächere Exemplare, die nur mit dem Fernglas oder Teleskop beobachtet werden können, treten jedoch in der Regel mehrmals im Jahr auf.

Mitglieder des Sonnensystems

Kometen gehören zu den Kleinkörpern unseres Sonnensystems und stammen aus dessen Außenbereichen – dem Kuipergürtel und der Oortschen Wolke. Als Überbleibsel aus der Entstehungszeit des Sonnensystems umkreisen sie dort die Sonne. Der eigentliche Kern eines Kometen ist mehrere Kilometer groß und besteht zum größten Teil aus gefrorenem Wasser, Kohlendioxid, Methan, Ammoniak sowie Staubpartikeln. Heute wird diese typische Zusammensetzung als »eisiger Schmutzball« bezeichnet.

Zuerst die Koma

Gelangt ein Komet auf seiner Bahn z.B. durch Kollisionen oder Störungen anderer Himmelskörper in das innere Sonnensystem, wird in etwa Jupiter-Entfernung die Sonnenstrahlung so stark, dass die flüchtigen Anteile des Kometen auf der sonnenzugewandten Seite des Kerns direkt in den umgebenden Weltraum sublimieren und dabei Staubteilchen mitreißen. Dabei wird die sogenannte Koma ausgebildet. Ein schwaches Leuchten, das den Kometenkern umgibt. Im Fernglas oder Teleskop ist dann ein kleiner Lichtpunkt zu sehen, der von einer diffusen »Wolke« umgeben ist.

Abb. 2: Meistens ist von einem Kometen nur die diffuse Koma auffällig. [Mario Weigand]

Dann der Schweif

In noch größerer Sonnennähe, etwa in Entfernung des Mars, wird die Koma durch den Sonnenwind und den Strahlungsdruck »weggeblasen« und der typische, von der Sonne weggerichtete Schweif des Kometen entsteht. Eigentlich sind es sogar zwei Schweife, die sich ausbilden: Ein Gasschweif und ein heller Staubschweif, der gekrümmt erscheint, da die Partikel auf eigenen Bahnen die Sonne umlaufen. Die Länge eines solchen Schweifs kann bei hellen Kometen mehrere hundert Millionen Kilometer betragen.

Abb. 3: Manchmal werden Kometen so hell, dass sie auch am Taghimmel sichtbar sind, wie z.B. McNaught im Januar 2007. [Mario Weigand]

Auf verschiedenen Bahnen

Für den menschlichen Beobachter ist das Erscheinen eines Kometen oftmals einmalig. Viele Exemplare umrunden auf lang gestreckten Ellipsenbahnen die Sonne, deren Umlaufzeiten einige 100 Jahre dauern: die langperiodischen Kometen. Dauert die Umlaufzeit unter 200 Jahre werden sie als kurzperiodische Kometen bezeichnet. Es gibt jedoch auch aperiodische Kometen, die uns nur einen einmaligen Besuch abstatten. Das ist dann der Fall, wenn sie sich auf nicht geschlossenen Umlaufbahnen befinden, also auf Hyperbel- oder Parabelbahnen. Lambert Spix

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