Hubble meldet sich zurück — leistungsfähiger denn je

So sieht die neue Hubble-Kamera WFC3 den Planetarischen Nebel NGC 6302, den ein sterbender Stern mit 5 Sonnenmassen — selbst hinter dem Staubtorus in der Mitte verborgen — produziert hat. Mit einer Oberflächentemperatur von 220000 Kelvin ist er einer der heißesten Sterne der Milchstraße; auch das Gas des Nebels ist mit 20000K ungewöhnlich warm. Dies ist keine Echtfarbenaufnahme, sondern basiert auf Emissionslinien im UV und sichtbarem Licht. [NASA, ESA und das Hubble SM4 ERO Team]
So sieht die neue Hubble-Kamera WFC3 den Planetarischen Nebel NGC 6302, den ein sterbender Stern mit 5 Sonnenmassen — selbst hinter dem Staubtorus in der Mitte verborgen — produziert hat. Mit einer Oberflächentemperatur von 220000 Kelvin ist er einer der heißesten Sterne der Milchstraße; auch das Gas des Nebels ist mit 20000K ungewöhnlich warm. Dies ist keine Echtfarbenaufnahme, sondern basiert auf Emissionslinien im UV und sichtbarem Licht. [NASA, ESA und das Hubble SM4 ERO Team]
Seit dem letzten Besuch durch Astronauten im Mai war es um das Hubble Space Telescope ruhig geworden: Nur durch vereinzelte Betriebsstörungen — und Aufnahmen des neuen Impakts auf dem Jupiter — rief sich das runderneuerte Weltraumobservatorium zuweilen ins Gedächtnis, während die beiden neu installierten Instrumente WFC3 und COS und die beiden reparierten ACS und STIS sowie die zeitweilig eingefrorene NICMOS hochgefahren und am Himmel getestet wurden. Ein paar der dabei entstandenen Early Release Observations hat die NASA am 9. September in großem Rahmen der Öffentlichkeit vorgestellt — und das »neue« Hubble kann sich wirklich sehen lassen. Hatte der Satellit vor der 5. und letzten Servicing Mission nur drei funktionsfähige Instrumentenkanäle besessen, so sind es nun 13, und einige davon sind viel empfindlicher als Hubbles bisherige Detektoren: Damit verkürzen sich die nötigen Belichtungszeiten auf einen Bruchteil und die kommenden Jahre des Observatoriums — das nun bis mindestens 2014 im Einsatz sein soll — können effizient genutzt werden.

Bis auf ein 30-faches dürfte das Datenvolumen ansteigen und ein nahezu lückenloser Spektralbereich vom Ultravioletten bis (nahen) Infraroten steht Hubble nun offen. Vor allem sind diverse Verschleißteile, die sich dem Ende ihrer Lebensdauer näherten, ersetzt worden. Bei der Wartungsmission hatten die Shuttle-Astronauten — zum Teil improvisierend und mitunter mit roher Gewalt — bei fünf Außenbordarbeiten (Extra-Vehicular Activities) alle ihrer zahlreichen Aufgaben erfüllt: Das Weltraumteleskop bekam einen neuen Datencomputer (EVA 1), neue Gyros zur Lagebestimmung (EVA 2), neue Batterien (EVAs 2 und 5), einen neuen Fine Guidance Sensor (EVA 5), an kritischen Stellen neue Verkleidung (EVA 5) und die beiden brandneuen Instrumente (EVAs 1 und 3), während die zwei alten repariert wurden (EVAs 3 und 4). Außerdem war noch ein spezieller Andockstutzen montiert worden (EVA 1), an dem sich — irgendwann nach 2020! — ein Roboter festkrallen und Hubble zum gezielten Absturz in den Pazifik bringen soll, wenn seine Bahn durch die Reibung an der Restatmosphäre gefährlich tief abgesunken sein wird.

Daniel Fischer

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