Planeten mit einigen wenigen Erdmassen gibt es im Sonnensystem nicht, aber in anderen Planetensystemen sind sie nicht selten – und nun ist es mit dem Spitzer Space Telescope (trotz lange aufgebrauchten Kühlmittels) erstmals gelungen, die thermische Emission einer heißen Supererde direkt zu messen: als winzige Abnahme der Gesamtstrahlung aus dem 55-Cancri-System, wenn der innerste von dessen fünf Planeten hinter dem Stern verschwindet. Der rund 2400 Kelvin heiße 55 Cnc e erweist sich dabei als sehr dunkel – und der gebunden um den Stern laufende Planet ist unfähig, die Temperatur von der heißen Tag- auf die Nachtseite zu transportieren. Die Interpretation der Beobachtungen ist leider nicht eindeutig: Vielleicht ist der 8-Erdmassen-Planet ein enormer Felsbrocken mit einer nur geringen Atmosphäre – oder aber eine exotische Wasserwelt mit einem überkritischen Ozean und einer Lufthülle, die aus anderen Gründen keine Wärme abtransportieren kann. Nur ein Zwischenschritt bei Verständnis der Supererden also – und ein Beleg, dass derzeit nur Spitzer in diesem speziellen Sektor der Exoplanetologie glänzen kann.
Daniel Fischer
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