Dritter deutscher »Dark Sky Place« in der Rhön

Polstrichspuraufnahme über der Wasserkuppe in Biosphärenreservat Rhön – hier wird auch eine permanente Messstation für die Himmelsqualität eingerichtet. [Werner Klug]
Die Milchstraße über der Region Hohe Geba – und grünlich glimmender Airglow, der auch nur bei sehr dunklem Himmel auffällt. [Andreas Hänel]
Die Milchstraße über der Region Hohe Geba – und grünlich glimmender Airglow, der auch nur bei sehr dunklem Himmel auffällt. [Andreas Hänel]

Von null auf drei in einem halben Jahr: Nachdem die International Dark Sky Association im Februar den Naturpark Westhavelland als International Dark Sky Reserve anerkannte und kurz darauf den Nationalpark Eifel als provisorischen International Dark Sky Park, ist nun das Biosphärenreservat Rhön wiederum ein Dark Sky Reserve geworden. Es liegt östlich der Stadt Fulda in Osthessen und umfasst auch Teile von Thüringen und Bayern. Dark Sky Reserves bestehen aus einer bewohnten Pufferzone, wo sich die Gemeinden energisch um die Begrenzung der Lichtverschmutzung bemühen, und einer Kernzone, die hohen Ansprüchen an die Dunkelheit des Nachthimmels genügt.

In der Rhön, 1720km2 Hügelland mit nur wenig Baumbestand, besteht die insgesamt 145km2 große Kernzone – sie hat von der IDA die Einstufung »Silber« bekommen – aus drei nicht miteinander verbundenen Gebieten, eine ungewöhnliche Lösung. Darunter ist auch die Umgebung der Wasserkuppe (950m hoch), die höchste Erhebung der Rhön.

Die Initiative, das 1991 eingerichtete und von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservat auch zu einem der Dunkelheit zu machen, ging von einer studentischen Arbeitsgruppe der Universität Fulda aus – vier Jahre dauerte es bis zum Erfolg. Die Ziele und Ansprüche des Dark Sky Reserve stimmten dabei bestens mit den Zielen des Biosphärenreservates überein: Schutz der Natur besonders in der Nacht, Reduzierung des Energieverbrauches durch eine verantwortungsvolle und umweltverträglichere Beleuchtung, Reduzierung der Lichtverschmutzung sowie Umweltbildung und -forschung.

Neben lichttechnischen Messungen und der Erstellung eines Leuchtenkatasters mit Unterstützung der Anbieter öffentlicher Beleuchtung, die oft externe Kontraktoren sind, mussten möglichst viele Kommunen ihre Unterstützung für das Projekt geben. Hierzu wurden mit den Beleuchtungsanbietern Richtlinien aufgestellt, die von den Kommunen als zukünftige Handlungsgrundlage angenommen werden sollten. Die komplizierte und in allen Details dokumentierte Prozedur mag nun anderen Initiativen helfen.

Daniel Fischer

Pressemitteilung der IDA:
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Der komplette Antrag (PDF):
www.darksky.org/assets/N

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