Spix’ Blick zum Mond: Sichel am späten Nachmittag

Abb.1: Die junge Mondsichel in der Abenddämmerung. [Lambert Spix]

Der Mond ändert mit jedem Tag sein Erscheinungsbild. Nach Neumond sehen wir ihn kurz nach Sonnenuntergang als schmale Sichel am westlichen Himmel. Einige Tage später erscheint er als zunehmender Halbmond und wiederum nur einige Tage danach leuchtet er hell die ganze Nacht über als Vollmond. Nach Vollmond nimmt der Mond wieder ab, bis wir ihn bei Neumond gar nicht mehr sehen können. Darauf beginnt der Kreislauf von vorne.

Mondphasen und Lunation

Diesen stetigen Wechsel des Aussehens, das Zu- und Abnehmen des Mondes während einer Erdumkreisung, bezeichnet man als Mondphasen, den kompletten Ablauf aller Mondphasen von einem Neumond bis zum nächsten als Lunation. Für diesen Zyklus benötigt der Mond 29,53 Tage. Als Mondalter wird die Zeit bezeichnet, die seit Neumond vergangen ist. Diese wird fortlaufend von 1d (1. Tag nach Neumond) bis 29d (29. Tag nach Neumond) nummeriert, danach beginnt die Zählung erneut.

Schmaler Sichelmond

Am 18. November 2017 ist wieder Neumond, so können wir während der folgenden Abende den Mond kurz nach Beginn einer neuen Lunation beobachten. Als schmaler Sichelmond erscheint er tief am westlichen Horizont in der Dämmerung. Da der Kontrast zum Himmel zu Beginn der Dämmerung noch schwach ist, kann man sich die Position vorab in einem Planetariumsprogramm wie z.B. Stellarium anzeigen lassen. Ebenfalls ist ein Fernglas bei der Suche nach der schmalen Sichel hilfreich. Allerdings muss die Sicht auf dem Westhorizont frei und nicht verbaut oder durch Bäume verdeckt sein.

Im Licht des Erdscheins


Abb. 2 Durch den Erdschein lassen sich auch Details der Mondoberfläche auf der Nachtseite des Mondes erkennen. [Rolf Hempel]
Kurz nach Neumond kann ebenfalls ein schönes Phänomen des Mondes beobachtet werden: der sogenannte Erdschein. Sonnenlicht, das von der Erde reflektiert wird und so die im Schatten liegenden Areale des Mondes beleuchtet. Bei günstigen Bedingungen erscheint die Nachtseite des Mondes im einem fahlen Licht. Mit einem Fernglas können auf der dunklen Mondseite sogar Einzelheiten wie Mondmeere oder einzelne helle Krater wie z.B. Aristarchus oder Tycho gesehen werden. Der Erdschein kann für einige Tage sehr auffällig sein, so dass es dafür sogar den alten poetischen Ausdruck »der alte Mond in den Armen des neuen« gibt. Lambert Spix

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