Fünferkonstellation am Abendhimmel

Fünferkonstellation
Fünferkonstellation am 28.2.2017 19:00 MEZ. Grafik erstellt mit Stellarium

Eine Fünferkonstellation, bestehend aus den Planeten Venus, Mars und Uranus, der neuen Mondsichel und Komet 2P/Encke bietet sich Beobachtern in der Abenddämmerung des 28. Februar. Drei dieser Objekte – Venus, Mars und Mond –  sind mit bloßem Auge zu sehen, für die beiden anderen sind Ferngläser erforderlich.

Venus und Mars haben sich den ganzen Februar hindurch gemeinsam am Abendhimmel aufgehalten. Ihr gegenseitiger Abstand wächst wieder, da sich Venus in den

Mars und Uranus am 26.2.2017, 19:30 MEZ
Mars und Uranus am 26.2.2017, 19:30 MEZ. Die Zielkreise haben 0,5°, 2° und 4° Durchmesser. Grafik: Stellarium

kommenden Wochen immer schneller der Sonne annähert, während Mars weiter gemächlich ostwärts durch das Sternbild Fische zieht. Am 26. Februar überholt er dabei Uranus, von dem ihn nur ca. 0,5° trennen. Am 28. Februar sind es wieder 1,3° – Uranus steht jetzt senkrecht unterhalb von Mars. Der 5Magnitude9 helle Planet ist immer noch gemeinsam mit dem rötlichen Erdnachbarn bequem im Fernglas zu sehen.

Der Mond ist zwei Tage nach Neumond, bei dem es am 26. Februar für Patagonien zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis kommt, als zunehmende Sichel am Abendhimmel aufgetaucht. Er steht deutlich unterhalb von Venus in Horizontnähe. Reizvoll ist für Fernglasbeobachter mit zunehmender Dunkelheit der Anblick des Erdscheins auf der unbeleuchteten Mondseite. Der Erdtrabant ist am Abend des 28. Februar nur zu 5,4% beleuchtet.

Fünferkonstellation mit Komet

Der Schwierigste im Bunde dürfte Komet 2P/Encke sein. Der Schweifstern, der die Sonne in nur 3,3 Jahren umkreist, zeigt sich Ende Februar kurz am Abendhimmel. Dabei wird er von Tag zu Tag etwas heller, steht aber gleichzeitig immer tiefer über dem Horizont in der Abenddämmerung. Am 10. März durchläuft er den sonnennächsten Punkt seiner Bahn, am 12. März steht er in Erdnähe. Dann ist er für irdische Beobachter aber schon zu nah an die Sonne heran gerückt. Am 28. Februar dürfte seine Helligkeit 6Magnitude0 erreichen. Das ist etwa so hell wie Uranus, doch ist der diffuse Komet deutlich kniffliger zu beobachten, zumal er tiefer steht, etwa auf der Höhe der Mondsichel an diesem Abend. Mond, Venus und Komet Encke bilden ungefähr ein Dreieck (vgl. Abb. oben). Es wird darauf ankommen, den besten Zeitpunkt zwischen »dunkel genug« und »Komet nicht zu tief« zu treffen. Um 19:00 MEZ steht 2/P Encke (für 10° Ost und 50° Nord) 13° hoch, während die Sonne 10,3° unter dem Horizont steht (Nautische Dämmerung). Falls Ihnen ein Foto eines oder mehrerer Beteiligter der Fünferkonstellation gelingt, sind Sie herzlich eingeladen, es auf unserer Astrofoto Community oder Facebookseite zu zeigen. Herzlichen Dank und viel Erfolg!

Paul Hombach

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