FDD – Fenn Dobson Driver

Die Präzisionsnachführung des FDD macht Astrofotografie mit dem Dobson möglich.
Die Präzisionsnachführung des FDD macht Astrofotografie mit dem Dobson möglich.

Eine äquatoriale Dobson-Plattform der besonderen Art wurde auf dem ATT 2010 vorgestellt, nachdem sie zuvor auf dem ITV mit dem Preis für besondere Innovationen bedacht wurde: Der FDD Fenn Dobson Driver. Die Plattform ist laut Hersteller hochpräzise durch CNC-Fertigung vollständig in Metallbauweise hergestellt. Die gehärtete Südlagerwelle läuft in einer Gleitbuchse, das Nordlager wird aus zwei hochpräzisen Kreissegmenten aufgebaut, die paarweise auf zwei Kugellagern gelagert sind. Der Antrieb über einen Schrittmotor mit entsprechender Steuerung erfolgt direkt an einem der Nordlagersegmente. Dieser Antrieb entspricht quasi einem ca. 1200mm großen Reibrad, womit laut Hersteller alle periodischen Fehler gängiger Montierungen vermieden werden. Die Eingangsspannung kann 12–48V betragen, bei 0,75A Stromaufnahme durch Motor und Interface. Die maximale Nachführzeit beträgt eine Stunde, bis der Endschalter den Antrieb stoppt.

Der Kunde erhält beim Kauf eine Plattform entsprechend der geografischen Breite seines Standortes, mit der Möglichkeit einer Feineinstellung von ±6° über den variabel einstellbaren Lagerbock des Südlagers. Für Einsatzorte mit deutlich anderem Breitengrad (z.B. Urlaubsorte) kann der FDD durch neue Modulstecksätze der Nordlagersegmente und andere Gabeln des Südlagers (damit wird der geänderten Schwerpunktlage des Teleskops Rechnung getragen) angepasst werden. Laut Auskunft von Herrn Fenn ist bei solchen Umbauten die erforderliche Genauigkeit garantiert, da die Bauteile automatisch in eng tolerierten Frästaschen richtig positioniert werden. Das Plattformgewicht wird mit 28kg angegeben, zur leichteren Transportierbarkeit können Ober- und Unterteil jeweils in der Mitte getrennt werden.

Die Plattform wendet sich mit einer Tragfähigkeit für Teleskope bis 20″ Öffnung an Besitzer großer Dobson-Teleskope, die in den Genuss einer Nachführung beim Beobachten kommen wollen oder ihr Teleskop nun auch fotografisch nutzen möchten. Nach Herstellerangaben ermöglicht diese Plattform auf Grund ihrer hervorragenden mechanischen Eigenschaften und der genauen Ausrichtungsmöglichkeiten erstmals fotografische Belichtungszeiten von über fünf Minuten ohne Guiding. Der Preis der Plattform in Silber-Eloxierung beträgt 3995€, andere Farben sind gegen 100€ Aufpreis erhältlich. Als Zubehör kann eine Alu-Transportbox für 199€ geordert werden. Ein Polsucherarm zur Montage eines Telrad-Suchers ist für 99€ erhältlich.

Frank Gasparini

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