Wann immer zwischen 19:00 und 21:00 Ortszeit an den Abenden des 22. bis 29. März keine Wolke den Blick auf das Sternbild Orion trübt, möge man einen dunklen Ort aufsuchen, 10 Minuten Dunkelanpassung der Augen abwarten und dann die Sichtbarkeit der Sterne im Orion anhand von Vergleichsbildern abschätzen. Das ganze wird dann – zusammen mit möglichst genauen Koordinaten des Beobachtungsortes – an einen zentralen Server gemeldet, und in Echtzeit soll sich ein Bild der Nachhimmelsgüte über der ganzen Erde aufbauen. Hinter dieser Aktion steckt GLOBE, ein weltweites Bildungsprogramm für Schüler, das von amerikanischen Forschungseinrichtungen und dem Aussenministerium betrieben wird. Es geht bei »Globe at Night« also – anders als bei früheren Aktionen dieser Art in Österreich oder Deutschland – weniger um eine Bestandsaufnahme für die Astronomie oder um die Weckung des Bewusstseins, wie stark die Lichtverschmutzung bereits fortgeschritten ist. Sondern darum, Schüler und Eltern nachts aus dem Haus zu locken und zu moderat wissenschaftlicher Betätigung zu verführen. Insbesondere sollen sie sich mit den Koordinaten auf der Erde auseinandersetzen, die schliesslich auch bestimmt sein wollen. Wenn genügend mitmachen, könnte gleichwohl ein interessanter Schnappschuss der globalen Situation für die Astronomie herausspringen.
Ähnliche Artikel
Superpräzise Himmelskarten der Lichtverschmutzung – über US-Nationalparks
März 21, 2007
0
Hauptspiegel von SOFIA ist beschichtet
Juli 11, 2008
0
Die Verwandlung von 60km Autobahn A40 zwischen Duisburg und Dortmund für einen Tag in ein gigantisches Volksfest – das »Stillleben« am 18. Juli, optischer Höhepunkt der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 – hat eine Arbeitsgruppe von Volkssternwarten aus dem Ruhrgebiet zu einer konzertierten Aktion inspiriert. Zehn der 20000 zur Verfügung stehenden Tische wurden – über einen Großteil der Strecke verteilt – zu einem leidlich maßstabsgerechten Modell des Sonnensystems, mit einheitlichem Design und Wegweisern untereinander, die den Zusammenhang verdeutlichen sollten. Angesichts der Abstände von vielen Kilometern zwischen den Tischen und dem ungeheuren Gedränge der geschätzten 3 Millionen Besucher, konnte dies natürlich kein Planetenwanderweg im herkömmlichen Sinne werden: Die mit Bildern der Planeten drapierten Stationen mussten jede für sich alleine wirken, und das war auch der Fall. Interessierte Fragen zur Astronomie, von technisch bis seltsam (so zu einem angeblich im Himalaya zu hörenden »Brummen der Planeten«) prasselten auf die Betreuer ein, zu denen auch Berufsastronomen der Uni Bochum, Mitarbeiter des dortigen Planetariums und Sternfreunde des Köln-Bonner Astrotreffs gehörten. Überall, wo Teleskope aufgestellt waren, die dank des überwiegend sonnigen Wetters die Sonne im Weißlicht und Hα zeigten, bildeten sich bald Menschentrauben. Insgesamt etwa 5000 »Kontakte« dürfte es im Laufe des Stilllebens gegeben haben, und noch einmal wehte die Atmosphäre des Astronomiejahres 2009 über die Autobahn. Kein Wunder: Die Organisation hatte der weiter fortbestehende IYA-Regionalknoten Rhein-Ruhr geleistet, und viele der Aktiven waren genau dieselben Amateurastronomen, die im Astronomiejahr ihre Liebe zur Astronomie in der Öffentlichkeit entdeckt hatten. Daniel Fischer
Juli 9, 2010
0
Kommentar hinterlassen