Mysteriöse Eruption auf einem fernen Centauren

Centaurus
Centaurus

Etwas seltsames muss dem Centauren (60 558) Echeclus zwischen 2004 und Ende 2005 widerfahren sein: Eben noch ein gewöhnlicher inaktiver Körper des äusseren Sonnensystems (Centauren gelten als in etwas grössere Sonnennähe abgedriftete Bewohner des Kuiper-Gürtels), hatte er sich – in 13 AU Sonnenabstand – plötzlich eine Koma wie ein Komet zugelegt und darob auch gleich die Kometennummer 174P erhalten. Anfängliche Spekulationen über eine Kollision als Auslöser der Aktivität (siehe auch den nächsten Artikel) gelten inzwischen als unwahrscheinlich, da die Raumdichte an möglichen Impaktoren im äusseren Sonnensystem extrem gering ist. Interne chemische Prozesse könnten für den Ausbruch verantwortlich sein, und es ist schliesslich auch nicht der erste Centaur mit moderater Kometenaktivität. Die Gestalt der Koma von 174P/Echeclus ist inzwischen immer komplizierter geworden (IAUC # 8701 vom 11.4.2006): Die insgesamt 16m helle Wolke (mit einer 18m hellen Kondensation) hat sich offenbar vom 20m-Kern abgelöst.

Konfusion um den wahren Durchmesser von 2003 UB313 ist derweil mit der Publikation von Beobachtungen des

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Riesen-Kuiperoids durch das Hubble Space Telescope ausgebrochen: Das winzige Scheibchen des fast 100 Astronomische Einheiten entfernten Himmelskörpers liess sich gerade eben auflösen. Und der aus diesen Messungen abgeleitete Durchmesser von 2400±100 km ist deutlich geringer als der Wert von 3000±330 km, den Radioastronomen mit einer ganz anderen Technik bestimmt hatten. Deren Zahl muss zwar ein wenig verringert werden, weil die absolute Helligkeit von 2003 UB313 im Sichtbaren mit -1,12±0,01 geringer als die damals bekannten -1,16±0,1 ist, aber die Zahlenbereiche überlappen sich auch dann nur marginal (bei vielleicht 2500 – 2600 km könnte man sich treffen). Schon wird fleissig über die Ursache der mutmasslich immensen Albedo spekuliert, aber die Radioastronomen mahnen zur Vorsicht. »Ich finde die Beobachtung [von Hubble] etwas verwirrend und interessant,« sagt F. Bertoldi: »Vielleicht sagt sie uns ja auch, dass es einen unerwartet großen Unterschied zwischen der optischen (im sichtbaren Licht) und geometrischen Albedo (gesamte Energie) gibt. Ich möchte die Diskrepanz nicht als Problem, sondern als Herausforderung sehen.«

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