Sieht aus wie ein Foto des gesamten Himmels, ist es aber nicht: Hier sind vielmehr die Helligkeiten und Farben der 1,7 Milliarden Objekte des Gaia DR2 dargestellt. wobei die Farben aus der Breitband-Flussmessung ("G"), die es für alle gibt, und den Rot- und Blau-Farben von 1,3 Mrd. Objekten rekonstruiert. Wo die Farbinformation fehlt, erscheinen die Sterne grün. [ESA/Gaia/DPAC, A. Moitinho / A. F. Silva / M. Barros / C. Barata, University of Lisbon, Portugal; H. Savietto, Fork Research, Portugal]
Der erste Daten-Schwall vom ESA-Himmelskartierer 2016 war nur ein kleiner Vorgeschmack: Heute ist mit dem Data Release 2 das volle Potenzial des Astrometrie-Satelliten Gaia greifbar geworden, auch wenn die Daten immer noch gewissen Macken aufweisen. Die astronomische Fachwelt greift bereits so begierig auf die Datenserver zu, dass sie kaum mithalten können – und ein paar frühe Auswertungen noch während der Aufbereitung der Messungen lassen erahnen, was alles möglich ist.
Vor zwei Jahren waren im Wesentlichen „nur“ die Positionen von 1,14 Milliarden Sternen geliefert worden, mit weiterführenden Daten (durch Einbeziehung der Vorgängermission Hipparcos) für nur 2 Millionen von ihnen. Aber nun sind die ersten 22 Monate Messungen Gaias ausgewertet, und alle Resultate basieren allein auf ihnen: Das Herz des „DR2“ sind die superpräzisen Himmelspositionen und Eigenbewegungen und Parallaxen von 1331909727 Sternen bis zur 21. Größe. Im Prinzip lassen sich aus den Parallaxen – den winzigen jährlichen scheinbaren Ellipsenbewegungen der Sterne wegen der Erdbahn um die Sonne – die Entfernungen der Sterne ablesen, aber da der Effekt für ihre Mehrzahl selbst für Gaia noch grenzwertig ist, dürften brauchbare Distanzen „nur“ für rund hundertmillionen Sterne abzuleiten sein. Für rund 300 Mio. weitere Sterne hat Gaia ohnehin nur Positionen liefern können, aber auch sie sind Teil des Data Release 2: Insgesamt enthält er also die Orte und Breitband-Helligkeiten von 1,69 Milliarden Sternen. Für fast 1,4 Milliarden dieser Sterne hat Gaia aber auch Blau- und Rot-Helligkeiten geliefert, von 161 Millionen ist nun die Oberflächentemperatur bekannt, für 88 Millionen lässt sich berechnen, wieviel Staub in der Sichtlinie liegt, von 77 Millionen Sternen waren Leuchtkraft und Durchmesser zu ermitteln, und für 7,2 Millionen (bis zur 13. Größe) maß Gaia mit seinen eingebauten Spektrografen auch noch die Radialgeschwindigkeit: Ihre Bewegung im Raum ist damit komplett beschrieben.
LINKS:
Der Data Release 2 für Forschung wie Öffentlichkeit: https://www.cosmos.esa.int/web/gaia/data-release-2
Wissenschaftliche Papers: https://www.aanda.org/component/toc/?task=topic&id=922
ESA Release: http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Gaia/Gaia_creates_richest_star_map_of_our_Galaxy_and_beyond
PM des MPIA: http://www.mpia.de/aktuelles/wissenschaft/2018/2018-05-gaia-dr2
Animationen: https://www.youtube.com/playlist?list=PLTUZKJKqW_n8TxW2jGYeD1vMzCbfYJna-
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