Irgendetwas hat in der Ina-Struktur auf dem Mond »kürzlich« den Regolith entfernt, jenes Staub-Geröll-Gemisch, das Jahrmilliarden kosmischen Bombardements eigentlich überall auf seiner Oberfläche hinterlassen haben sollten: Hier jedoch ist für Schultz et al. (Nature 444 [9.11.2006] 184-6) das topografische Relief zu sauber erhalten, es gibt zu wenig kleine Impaktkrater und das Lichtspektrum des Bodens ist zu »frisch«. Nach ihrer Analyse sind Teile der Ida-Struktur nur 10 Millionen Jahre alt, und sie verändert sich womöglich heute noch: Als Erklärung schlagen sie episodische Ausgasungen aus dem Mond vor, die auch heute noch gelegentlich stattfinden und stark genug sind, den Regolith wegzublasen, ein seltener Fall von »Wind« auf dem Mond. Auch die Existenz radioakiver Gase in der Umgebung des Mondes würde dazu passen – aber um der Natur der austretenden Gase auf die Spur zu kommen, sind weitere Beobachtungen, auch vom Erdboden aus, dringend erforderlich. Die immer wieder einmal von Amateurbeobachtern gemeldeten Lichterscheinungen (»Lunar Transient Phenomena«) gehören durchaus dazu, und eine koordinierte Beobachtungskampagne wird seitens der Mondforscher explizit gefordert! Wobei z.B. Amateure ein Leuchten registrieren und Alarm schlagen und dann große; Teleskope Spektren aufnehmen können.
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