1002 Jahre später: Das blieb von der hellsten Supernova

Ein winziger Ausschnitt aus dem Überrest der Supernova von 1006, zusammengesetzt aus einer H-Alpha-Aufnahme von Hubbles ACS von 2006 und anderen Farbauszügen mit der WFPC2 von 2008. [NASA, ESA and the Hubble Heritage Team]
Ein winziger Ausschnitt aus dem Überrest der Supernova von 1006, zusammengesetzt aus einer H-Alpha-Aufnahme von Hubbles ACS von 2006 und anderen Farbauszügen mit der WFPC2 von 2008. [NASA, ESA and the Hubble Heritage Team]
Sie war mit einer scheinbaren Maximalhelligkeit von etwa –7,5m, die hellste Sternenexplosion, über die es detaillierte Aufzeichnungen gibt, und über keine andere der präteleskopischen Zeit wurde so viel geschrieben, im arabischen Raum und China, aber auch in der Schweiz: Im Frühjahr 1006 detonierte ein Weißer Zwerg in einem Doppelsternsystem als Supernova des Typs Ia im Sternbild Wolf. Als der Stern nach etlichen Monaten wieder verschwunden war, dauerte es fast ein Jahrtausend, bis zunächst 1965 im Radiobereich und später auch im Röntgenlicht und Optischen ein Überrest der Explosion gefunden werden konnte. Vor allem das extrem schwache Bild im sichtbaren Licht, das erst 1976 aufgespürt wurde, ist faszinierend: ein nahezu kreisförmiger Ring, mit etwa 30′ Durchmesser so groß wie der Vollmond. Ein Filament im Nordwesten ist noch am hellsten und wird seither oft fotografiert: Der Vergleich der Bilder zeigt eine weiterhin stetige Expansion des Supernovarests, der mit einer ausgesprochen scharfen Front das interstellare Gas auffegt. Inzwischen fast 60 Lichtjahre groß, wächst die Wolke immer noch mit rund 10 Mio. km/h Geschwindigkeit. Die Hubble-Aufnahme eines kleinen Ausschnitts dieses Filaments aus Bildern von 2006 und 2008 (Abb.) macht die Struktur der nach oben links wandernden Front besonders deutlich: Sie ist etwas wellig, und wo wir genau von der Seite auf sie schauen, erscheint sie als helle Linie. Auch etliche Galaxien im Hintergrund sind zu sehen: Die Supernova ereignete sich 14° von der Milchstraßenebene entfernt, weshalb es kaum Vorder- oder Hintergrundobjekte aus der Milchstraße selbst gibt.

Daniel Fischer

Presseveröffentlichung: hubblesite.org/newscenter/archive/releases/2008/22/image/a

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