Das "Eye of Horus" in künstlicher Einfärbung, um die Bilder zweier verschieden weit entfernter Galaxien besser trennen zu können: Eines erscheint als bläulicher Ring mit Knoten, das andere v.a. rechts als rötlicher Bogen näher an der linsenden Galaxie. [NAOJ]
Viele Gravitationslinsen sind in den letzten Jahrzehnten entdeckt worden, bei denen zwei Galaxien von der Erde aus gesehen praktisch in einer Linie stehen und die Schwerkraft der vorderen das Bild der hinteren markant verzerrt. Jetzt ist der erste Fall entdeckt worden, wo eine Galaxie gleich zwei verschieden weit entfernte dahinter abbildet und die Entfernungen aller drei Beteiligten bekannt sind.
Das erste linsenden System mit zwei gleichzeitig abgebildeten Hintergrundgalaxien ist HSC J142449-005322 zwar nicht, bei der Handvoll anderen Funden sind aber die Rotverschiebungen und damit Entfernungen der involvierten Galaxien nicht alle bekannt. Der Gravitationslinseneffekt von Galaxien ist nicht nur ein Kuriosum, das die abgebildeten Objekte in Bögen, Ringe und noch komplexere Formen verzerrt: Aus diesen Bildern lässt sich die Massenverteilung der linsenden Galaxie erschließen, vor allem wenn die Geometrie der Linse – also die Entfernungen von Hinter- und Vordergrundgalaxie – bekannt ist. Gravitationslinsen bieten dann ein ziemlich direktes Fenster in die Welt der Dunklen Materie, die sich sonst nur dynamisch bemerkbar macht. Und der seltene Fall von zwei unterschiedlich weit entfernten Galaxien hinter der linsenden erlaubt besonders umfassende Rückschlüsse auf die räumliche Verteilung der Masse des Vordergrundobjekts, das im neuen Fall mit rund 700 Milliarden Sonnenmassen eine besonders schwere Galaxie ist, vermutlich das Zentralobjekt eines Galaxienhaufens.
LINKS:
Originalarbeit: http://arxiv.org/abs/1606.09363
Subaru Press Release: http://subarutelescope.org/Pressrelease/2016/07/25
HSC Subaru Strategic Survey: http://hsc.mtk.nao.ac.jp/ssp
Galaxien fotografieren, aber welche, wo, Objektdaten, Aussehen, wann am besten? Selbst mit relativ bescheidenem Instrumentarium…
Im Sommer wundervoll warm aber Astronomie im Winter eine Zumutung? Von wegen. Was Sie machen…
Die letzte Ausgabe des »Blicks zum Mond« ist noch einmal etwas für Frühaufsteher. Am 1.…
Keine Sorge! Ich werde jetzt definitv nicht in irgendwelchen numerologischen Geheimnissen herumkramen und mich über…
Nach der perfekten Landung von InSight auf dem Mars und dem Empfang des ersten Bildes…