Abb. 1: Ein Prisma bricht das Licht in seine Farbbestandteile auf - ein Problem an allen optischen Übergängen [Peter Oden]
Die Brechung des Lichts in einem optischen Medium hängt unter anderem direkt von seiner Wellenlänge ab. Das bedeutet in der Praxis, dass blaues Licht stärker gebrochen wird als rotes Licht. (Durch vergleichbare Effekte in unserer Atmosphäre wirkt auch der Himmel blau.) Wohl jeder kennt das Prisma, mit dem sich weißes Licht in seine einzelnen Farbanteile zerlegen lässt.
Schaut man sich nun eine typische Linse im Querschnitt an, so erkennt man sofort, dass die grobe Form wie zwei aufeinandergesetzte Prismen wirkt, in denen das blaue Licht stärker gebrochen wird als das rote.
Im Brennpunkt des roten Lichtes ist der blaue Lichtanteil schon wieder stark aufgefächert und wird nicht mehr scharf abgebildet. Teleskope mit einer einzelnen Linse als Objektiv finden sich in manchmal in einfachen Bausätzen für Jugendliche, mit denen zwar die optischen Prinzipien verdeutlicht werden, mit denen aber astronomische Beobachtungen nicht wirklich möglich sind, weil Sterne etwa von starken Farbrändern umgeben sind.
Beispiel: Hinter einer Sammellinse (konvex) wird eine Zerstreuungslinse (konkav) angebracht. Die Zerstreuungslinse verlängert die Brennweite des Gesamtsystems spürbar.
Wählt man für die zweite Linse zusätzlich ein Material, das eine deutlich stärkere Farbstreuung als die erste Linse aufweist, so kann man bei passender Kombination erreichen, dass bei einem scharfen Gesamtabbild der Farbfehler deutlich minimiert ist. Üblicherweise werden solche Objektive aus Kron- und aus Flintglas zusammengesetzt.
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