Künsterische Darstellung der Umgebung des Sterns mit dem geringsten Abstand von der Sonne: Neben seinem kürzlich entdeckten Planeten (hier größer und weiter vom Stern als in der Realität dargestellt, gibt es auch einen relativ dichten inneren und vermutlich noch einen äußeren Staubring. [ESO/M. Kornmesser]
Mit dem Fund eines etwa erdgroßen Planeten von Proxima Centauri ist die Entdeckungsserie am nächstgelegenen aller Sterne noch nicht zuende: Das chilenische Radiointerferometer ALMA hat gleich eine ganze Reihe staubiger Strukturen rund um den Stern aufgespürt, die zum Teil Parallelen im Sonnensystem besitzen.
Bei der verwendeten Wellenlänge von 1,3 mm dominieren Teilchen von µm- bis cm-Größe, aber sie entstehen durch Kollisionen zwischen (unsichtbaren) größeren Brocken in einer sogenannten Trümmerscheibe: Insgesamt 1/100 Erdmasse dürfte in dem Ring stecken, in bis zu 50 km großen Körpern, die nach der Entstehung des Sterns vor 5 Mrd. Jahren nicht zu Planeten zusammen fanden. Diese Masse ähnelt der des Kuiper-Gürtels im ähnlich alten Sonnensystem, der sich freilich jenseits der Neptunbahn in 30 bis 50 au Abstand von der Sonne befindet. Doch da der Rote Zwerg Proxima Centauri nur 1/8 der Masse und gar nur 1/700 der Leuchtkraft der Sonne hat, sind die Temperaturen beider Gürtel mit 50 Kelvin (Grad über dem absoluten Nullpunkt) vergleichbar: ALMA scheint tatsächlich einen Kuiper-Gürtel um Proxima Centauri entdeckt zu haben.
Und schließlich ist da in den ALMA-Daten auch noch eine kompakte Quelle 1,2 Bogensekunden südöstlich von Proxima Centauri: Wenn das nicht eine Galaxie im Hintergrund ist (unwahrscheinlich und bald zu überprüfen, da sich Proxima am Himmel schnell bewegt), dann könnte das ein weiterer Planet sein – mit einem großen staubigen Ring, der für die thermische Radiostrahlung sorgt. Der spekulative Planet selbst hätte dann die Masse Saturns. Auch wenn sich diese Interpretation später zerschlagen sollte: ALMA hat jetzt demonstriert, dass es im Prinzip Ringe naher Exoplaneten nachweisen könnte. Und in jedem Fall aufgezeigt, dass es das Proxima-Centauri-System mit manch anderem an Komplexität aufnehmen kann.
LINKS:
Originalarbeit: https://arxiv.org/abs/1711.00578
ESO Press Release: https://www.eso.org/public/news/eso1735
Das ALMA-Instrument: https://public.nrao.edu/telescopes/alma
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