Der Asteroid Ryugu am 17. Juni - zwei Aufnahmen der teleskopischen Navigationskamera der Raumsonde Hayabusa 2 in 25 Minuten Abstand: Durch die Rotation des Asteroiden (die Achse liegt praktisch in der Bildebene) einmal in 7½ Stunden wandert der 200 m große Impaktkrater nach links. Die Pixel der Kamera wurden durch mathematische Glättung zum Verschwinden gebracht. [ONC team: JAXA, University of Tokyo, Koichi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, University of Aizu and AIST]
In ungefähr einer Woche – nominell am 27. Juni, es kann aber um ein paar Tage schwanken – wird die japanische Raumsonde Hayabusa 2 ihren Zielasteroiden (162173) Ryugu erreichen und zunächst 20 km Abstand einnehmen, bevor die spannenden Operationen mit Landungen und Probenentnahmen beginnen. Und schon im Anflug hat Ryugu überrascht, mit einer trotz nur 900 m Durchmesser ziemlich runden Gestalt und einem auffälligen Gürtel am Äquator: vermutlich eine Gebirgskette.
Fast wie ein auf einer Spitze rotierender Würfel sieht der kleine Asteroid aus, der sehr wahrscheinlich ein Bruchstück eines größeren Ursprungskörpers ist, der einst im Hauptgürtel eine Kollision erlitt. Die rund 900 Meter Durchmesser entsprechen verblüffend genau der Erwartung nach intensiven Beobachtungen des – dann nur als Lichtpunkt erscheinenden – Körpers von der Erde aus, und auch sonst ist er den Hayabusa-Planern gewogen. Weil Ryugus Rotationsachse praktisch senkrecht auf der Sichtrichtung während des Anflugs wie der Bahnebene steht, zeigt Ryugu während seiner langsamen Umdrehung rückwärts alle 7½ Stunden der Teleoptik der Navigationskamera alle Seiten, und schon jetzt kann mit der Planung der anspruchsvollen Mission vor Ort begonnen werden. Auch wurden bisher keinerlei Monde (bis 50 cm Durchmesser hinab) gefunden, die ein Risiko dargestellt hätten. Bis zum 3. Juni war das Ionentriebwerk von Hayabusa 2 gelaufen, um ihn bis in 3100 km Abstand zu bringen, dann übernahmen kleine Düsen die Navigation: Um den 27. Juni soll die Distanz bis auf 20 km geschrumpft sein, bis Ende Juli auf 5 km, und im August soll es bis auf einen Kilometer Höhe hinunter gehen. Dann steht nach der vorangegangenen optischen Kartierung die Vermessung des Schwerefelds von Ryugu („Drachen-Palast“) auf dem Programm, bevor im Herbst die Landeoperationen beginnen.
LINKS:
Die neuesten Bilder: http://www.hayabusa2.jaxa.jp/topics/20180619je
Der Zeitplan: http://www.hayabusa2.jaxa.jp/topics/mission_schedule_e
Updates in Englisch: http://www.hayabusa2.jaxa.jp/topics/information_e
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