Deep-Sky im Fernglas – vor 100 Ausgaben in interstellarum 12

Abb.: interstellarum-Fernglas-Kolumnist Jürgen Breitung am 20x100 Großfernglas [J. Breitung]

Vor ca. 20 Jahren habe ich in der Rubrik »Deep-Sky im Fernglas« einige Artikel zu bestimmten lohnenden Himmelsregionen verfasst, wie sie in einem mittleren Fernglas zu sehen sind. Prädestiniert für mich ist immer wieder die Sommermilchstraße im Sagittarius, Galaxien im Frühjahr rund um Leo und Virgo, aber eine sehr vielseitige Region war damals für mich auch der Bereich um Cygnus, Cepheus und Cassiopeia.

Ferngläser sieht man ja eher für große Offenen Sternhaufen und große Galaxien wie die Plejaden und M 31, für kleinere oder unbekanntere Ziele eher weniger. Ich hatte mir damals gerade einen 16×70-Fujinon zugelegt und war wirklich erstaunt, was ein sehr gutes mittleres Fernglas am Himmel doch leisten kann. Natürlich war bei 16× schon ein Stativ angesagt, aber der enorme Kontrast einer beidäugigen Beobachtung ließ Objekte wie z. B. NGC 7789 (Cassiopeia) in viele feine Einzelsterne auflösen, was man sonst eher nur mit dem Teleskop schafft, aber auch Dunkelnebel wie Barnard 168 (Cygnus) bieten sich an, weil viel Raum zu überblicken ist, oder der große Galaktische Nebel IC 1396 mit Nebelfilter (Cepheus).

Ich bin dann immer wieder mal von den Okularen zurückgetreten und habe das Fernglas bewundernd angeschaut. Von meinem Taufpaten hatte ich als 7-Jähriger einmal ein 7×30-Fernglas geschenkt bekommen und irgendwie wurde damals bei mir der Fernglasvirus eingepflanzt, der zeitweise immer wieder heftig ausbricht. Als Jugendlicher habe ich mit einem billigen, aber sehr guten russischen 7×50-Feldstecher der Marke Tento Sternbilder und deren Objekte kennen gelernt. Ich erinnere mich gut, als ich zum ersten Mal mitten in den Schwan gehalten habe, das war ein einmaliges Erlebnis: lauter Sterne. Dieses Live-Erlebnis, entspannt mit beiden Augen den Nachthimmel zu screenen, ist auch durch ein großes Teleskop nicht zu ersetzen. Ich habe mir dann später ein 20×100-Miyauchi angeschafft, das definitiv besser für meine Halswirbel ist. Es hat mir viele schöne Fernglasstunden bereitet. Jürgen Breitung

Vor 100 Ausgaben: »Deep-Sky im Fernglas« finden Sie in der Ausgabe interstellarum 12 zum Download als Pdf

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